Aktuelles aus Schule und Kindergarten

Samstag, 10.03.18

Warum pieksende Ranken glücklich machen

Rückblick auf den Haus-, Hof- und Gartentag

Erschöpft, aber auch glücklich sind wir nach dem letzten Gartentag abends auf unser Sofa gesunken. Gemeinsam haben wir den Tag Revue passieren lassen und uns gefragt: „Was genau finden wir eigentlich so toll daran, samstags früh aufzustehen, um dann im Regen stehend Holz zu sortieren, Müll aufzusammeln und pieksende Ranken zurückzuschneiden?“

Die kurze Antwort lautet: Es macht einfach sehr glücklich und zufrieden, gemein-sam mit anderen Familien an einem Herzensprojekt zu arbeiten. Mit der Entscheidung für die FAS haben wir uns als Eltern bewusst für mehr Rechte und auch für mehr Pflichten entschieden. Die Möglichkeit, die Schulzeit unserer Tochter aktiv mitzugestalten, ist uns sehr wichtig. Der Preis dafür sind die zu leistenden Stunden, welche wir gerne investieren.

Die Vorteile der Gartentage (und anderer Projekte) aus Elternsicht liegen für uns klar auf der Hand: Durch die intensive Zusammenarbeit entsteht schnell ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Gerade wenn man noch neu an der Schule ist, kann man an solchen Tagen wunderbar die Schulgemeinschaft kennen lernen. Der rege Kontakt mit anderen Menschen (in unserem Fall vor allem mit Schülern am Feuer) und der offene Austausch beim Mittagessen bringen uns Spaß und sind wichtig für die Zusammenarbeit.

Simpel betrachtet ist die Mitarbeit der Eltern aus Sicht der Schule erst einmal kos-tensparend. Viel wichtiger sind jedoch die immateriellen Werte, die das Engagement der Eltern mit sich bringt. Eltern, Schüler und Begleiter bilden eine lebendige Gemeinschaft, durch die intensive Zusammenarbeit wächst das Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Schule. Man lernt voneinander und inspiriert sich gegenseitig. Je mehr Einblicke Eltern in die Schule haben, je besser sich die Beteiligten untereinander kennen, desto größer ist das Vertrauen ineinander und in die Schule. Dadurch entsteht eine starke Identifizierung mit „unserer“ Schule, die Schule bekommt sozusagen eigene Wesenszüge und Charakteristika, welche von außen wahrgenommen werden. Was innen brennt, kann nach außen leuchten!

Wir sind der Ansicht, dass keine gute Schule und kein guter Kindergarten ohne den engagierten Einsatz der Eltern auskommt. Offenheit und Toleranz sollten als grundlegende Tugenden für eine fruchtbare Zusammenarbeit vorhanden sein. Wenn dann zusätzlich – wie an der FAS – sich die Menschen nach ihren eigenen Interessen, Möglichkeiten und Neigungen engagieren können, steht einer tollen Schulzeit an einer wunderbaren Schule nichts mehr im Wege.

Antje Fydrich