Aktuelles aus Schule und Kindergarten

Donnerstag, 26.11.20

Ist freies und aktives Lernen unter Pandemiebedingungen möglich?

Grundsätzlich beruht unser pädagogisches Konzept auf der Durchlässigkeit der Jahrgangsstufen, auf Begegnungen, selbständiger Bewegung und Austausch. Die Corona-Verordnungen greifen nachhaltig in unser pädagogisches Konzept ein. Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, dass Kindern Verlässlichkeit und Verbindlichkeit wahrnehmen und lernen. Wir versuchen soviel Normalität wie möglich aufrecht zu erhalten, um unseren Schüler*innen möglichst wenig Belastungen zuzumuten.

Dies erreichen wir insbesondere damit, dass wir feste Gruppen bilden, die genau definierten Räumen zugeordnet sind und sich im Schulalltag nicht begegnen. Damit bewegen sich die Gruppen untereinander frei, können jedoch nicht in die für andere Gruppen vorgesehenen Räumlichkeiten gehen. Zu dieser Zuordnung gehört ebenfalls eine Wege-Führung, die die Gruppen voneinander trennt. Da sich die Kinder und Jugendlichen nur innerhalb ihrer zugewiesenen Räume und Gruppe bewegen, beinhaltet die Bewegungsfreiheit auch die Flure und Treppenhäuser. Strategischer Vorteil der FAS: Wir haben seit jeher verschiedene Häuser, die den Jahrgangsstufen zugeordnet sind. Dies vereinfacht die Trennung der Gruppen.

Damit die Schüler*innendichte in den Räumen nicht zu hoch wird, haben wir ein ausgeklügeltes Raumbelegungssystem mit Bällen entwickelt: Vor jedem Raum steht ein Korb mit der maximalen Anzahl von Bällen (= Kindern), welche sich in diesem Raum aufhalten dürfen. Wer in den Raum hineingeht, nimmt sich einen Ball, wer hinausgeht, gibt seinen/ihren Platz frei, indem er/sie den Ball wieder in den Korb legt. Das klappt inzwischen sehr gut.

In unserem pädagogischen Konzept hat das Außengelände die Funktion eines „Klassenzimmers“, eines weiteren Raumes, der neben vielen Projektaktivitäten wie Hüttenbauen oder Mitarbeit im Schulgarten die für uns elementare Bewegung an der frischen Luft als einen wesentlichen Baustein von Gesundheitsprävention bietet. Das möchten wir allen Kindern und Jugendlichen weiterhin ermöglichen – an definierten Orten und zu vorgegebenen Zeiten.

Wir können mit all den Regelungen daher nur sehr eingeschränkt jahrgangsübergreifend arbeiten.  

Um allen Gruppen (auch den Prüfungsgruppen) genügend Bewegungsfreiheit zu bieten und zu ermöglichen, dass wir in größeren Räumen "mit mehr Luft" Kurse machen können, haben wir in den Nordhäusern umgebaut. Verschiedene Wände wurden herausgenommen, es wurde gestrichen, Räume zusammengelegt und Böden gerichtet. So entstanden ausreichend große Räume mit genügend Platz, auch in der Corona-Zeit, in denen die Jugendlichen der Seku und Tertia lernen können. 

Selbstverständlich gelten auch bei uns die üblichen Hygieneregeln und die Räume werden regelmäßig belüftet. Die Informationen für die Anschaffung von adäquaten Luftreinigern werden derzeit eingeholt und sobald als möglich umgesetzt. 

Unsere verschiedenen Maßnahmen führen dazu, dass an der FAS weiterhin frei und aktiv gelernt werden kann! Abstriche müssen gemacht werden bei jahrgangsüber- greifenden Aktionen und bei der Nutzung des Außenbereichs. Auch unser geliebtes schulübergreifendes Highlight, das FAS-Weihnachtsspiel kann in diesem Jahr leider nicht mit einer Aufführung stattfinden. Dennoch gibt es Autor*innen, die den Text schreiben und Schauspieler*innen, die das Stück auf einer Bühne spielen werden. Die Proben werden gefilmt und die Kinder und Jugendlichen schneiden die verschiedenen Szenen zum diesjährigen Weihnachtsfilm. So können alle Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden und auch alle Eltern haben die Chance das Werk anzuschauen. 

Eltern und Begleiter*innen vermissen das Miteinander und den Austausch untereinander sehr. Der ungezwungene Austausch bei Schulveranstaltungen fehlt genauso wie gemeinsame Diskussionen oder das konzentrierte Erarbeiten von Dingen bei Elternabenden und ähnlichem. Vieles kann mit Online-Tools geregelt werden, aber die persönliche Note fehlt.

Wir bleiben weiterhin maximal flexibel und hoffen, baldmöglichst zu unserem gewohnten Alltag zurückkehren zu dürfen.

Antje Fydrich und Tina Unseld